Machst du diese 7 Fehler? Dann verhinderst du gute Gespräche!

nicht empathische Kommunikation

Kommt dir das bekannt vor? Wie wir gewohnheitsmäßig sprechen und warum das nicht empathische Kommunikation ist, erkläre ich an einem (erfundenen) Beispiel:

Meine Tochter – nennen wir sie Lisa – fährt morgens mit dem Zug zur Schule. Am Morgen steht sie pünktlich auf, aber sie wechselt mehrmals die Kleidung und trödelt herum. Mehrmals bitte ich sie, sich zu beeilen. Schließlich rennt sie aus dem Haus. Sie verpasst den Zug und kommt nach Hause zurück.

In 4 Schritten zu einfühlsamen Gesprächen

Lisa: „Mama, kannst du mich in die Schule fahren? Ich habe den Zug verpasst.“

Ich: „Ich kann dich nicht fahren, ich habe einen wichtigen Termin bei der Arbeit.“

Lisa: „Warum hast du mir nicht gesagt, wie spät es ist.“

Ich: „Ich habe dir mehrmals gesagt, dass du dich beeilen sollst. Du weißt, wann dein Zug fährt. Nimm den nächsten.“

Lisa: “Aber dann komme ich zu spät.“

Ich, schreiend: „Es reicht jetzt! Ich bin nicht deine Bedienung! Ich kann dich nicht fahren! Nimm den nächsten Zug!“

 

Mögliche Reaktionen

Später erzähle ich meiner Freundin: „Lisa hat mich wieder so auf die Palme gebracht, dass ich sie nur noch angeschrien habe.“

 

 

Die empathische Reaktion

Was wäre jetzt eine empathische Reaktion?

Freundin: „Warst du so wütend, weil du willst, dass Lisa selbst für sich sorgt?“

Ich: „Ja, sie weiß doch genau, wann ihr Zug abfährt. Und durch ihr Trödeln war ich auch später dran und wollte los. Ich fühle mich jetzt schuldig, weil ich sie angeschrien habe. Mir sind Harmonie und Vertrauen wichtig. Ich möchte mich auf sie verlassen können und wünsche mir mehr Rücksicht von ihr. Mit Geschrei komme ich nicht weiter.“

Und was ist daran anders?

Die Freundin will wirklich wissen, wie es mir geht in dieser Situation und hört mir zu. Sie hilft mir, meine Gefühle zu benennen (wütend, schuldig) und meine Bedürfnisse zu definieren, die in der Situation mit Lisa nicht erfüllt waren (Harmonie, Vertrauen, Rücksichtnahme). Sie lenkt nicht ab, indem sie die Situation als unwichtig abtut (Abwiegeln) oder mir Trost spenden will oder eine Geschichte erzählt, die mit mir nichts mehr zu tun hat – selbst wenn es Parallelen geben sollte. Dann umgeht meine Freundin die nicht empathische Kommunikation.

 

Zum Wohlergehen beitragen

Die Kunst in der Gewaltfreien Kommunikation ist es, empathisch und mit offenem Herzen zu reagieren. Wenn mir mein Gesprächspartner wirklich wichtig ist, wird es mir auch wichtig sein, ihn oder sie vollkommen zu verstehen. Ich werde mir auch die Zeit dafür nehmen, die es braucht. Selbst bei Unbekannten kann ich empathisch reagieren, wenn ich merke, dass sie etwas bedrückt. Es geht darum, zum Wohlergehen eines anderen Menschen beizutragen. Dann haben Ratschläge, Trösten und Geschichten erzählen keinen Platz.

 

Sein Herz öffnen

Wenn mein Gesprächspartner etwas sagt, das mit mir selber nichts zu tun hat – womöglich etwas, das ich gar nicht hören will – fühle ich mich von ihm getrennt. Dann haben meine Gefühle und Bedürfnisse keinen Raum. Das ist nicht empathische Kommunikation. Denn Empathie bedeutet, sein Herz zu öffnen. Sein Herz öffnen hat etwas mit Loslassen zu tun. Ich gebe die Kontrolle ab. Wenn ich im Gespräch nicht mehr plane, was ich als nächstes sage und wie ich mich selbst ins beste Licht rücke, entferne ich mich von mir selbst und gehe auf meinen Gesprächspartner zu. Ich selber zeige mich ganz auf Empfang und damit empathisch. Mein Gesprächspartner findet sich an einem sicheren Ort, wo er sich selbst zeigen kann. So entsteht Verbindung. Und darum geht es in der Gewaltfreien Kommunikation.

 

Hast du selbst schon Empathie erfahren? Oder ist dir nicht empathische Kommunikation vertrauter? Wenn du Fragen hast oder Feedback geben willst, dann nutze die Kommentarfunktion oder schreibe mir über „Kontakt“ direkt eine Mail.

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