Wie du gute Vorsätze in die Tat umsetzt

Gute Vorsätze - seine Ziele erreichen

Gute Vorsätze für 2019? Wie steht es bei dir damit? „Sein Leben aufräumen“ scheint derzeit ein Trendthema zu sein – nicht nur zum Jahreswechsel. Ich weiß nicht, wie viele Artikel ich im vergangenen  Jahr dazu gelesen habe. Sogar auf die Film-Leinwand hat es das Thema geschafft. Was mich daran stört ist, dass diese Artikel den Kern nicht treffen. Mich haben solche Beiträge noch nie motiviert, etwas zu ändern. Deswegen möchte ich hier konkret berichten, warum und wie ich Meditation in mein Leben integriert habe.

Stille und Nichtstun

Als ich mich vor etwa zwei Jahren für einen Achtsamkeitskurs angemeldet habe, wollte ich etwas Neues ausprobieren. Ich kannte die Kursleiterin von einem Seminar in Gewaltfreie Kommunikation, das sie als Teilnehmerin besucht hatte. Was Achtsamkeit ist, war mir eher schwammig. Ich hatte keine Ahnung, was mich in dem Kurs erwarten würde. Ich hatte nur das Vertrauen in die Trainerin. Der Kurs selber fing immer mit einer Meditation an. Bis dahin wusste ich nicht, wie man meditiert. Die Stille und das Nichtstun während dieser Minuten genoss ich aber. Aber was in dem Kurs funktionierte, ging zu Hause nicht. Bis dahin gehörte Meditation zum Training am Samstagnachmittag.

Gefühle im Körper beobachten

Nach dem Ende des Kurses hatte ich mehrere Eins-zu-Eins-Coachings mit der Trainerin. Dabei ging es vor allem um das Orten von Gefühlen im Körper. Sie zeigte mir Übungen, die ich zwischen den Coachings machen sollte. Das waren Meditationen in Bewegung. Das tat mir zwar gut, aber eigentlich sehnte ich mich nach Ruhe und Nichtstun. Das war für mich die Motivation, in Stille zu meditieren. Ich habe mir dann vorgenommen, das jeden Tag 15 Minuten lang zu tun. Und das auch getan – jeden Tag ohne Pausen. Und ich meditiere auch heute noch täglich – manchmal länger, manchmal kürzer. Mit Meditation habe ich eine Strategie gefunden, um mir meine Bedürfnisse nach Ruhe, Frieden und Gleichgewicht regelmäßig zu erfüllen. Als hochsensible und quasi alleinerziehende Mutter habe ich immer wieder einen großen Mangel an diesen Bedürfnissen. Daher bin ich froh, dass ich Meditation für mich entdeckt habe.

Motivation aus tiefstem Herzen

Es ist nicht einfach eine neue Gewohnheit in seinen Alltag zu integrieren. Die typischen Neujahrs-Vorsätze sind nichts anderes als neue Gewohnheiten, die man in seinen Alltag itegrieren muss, um Erfolge zu sehen. Sport wird die Gesundheit nur verbessern, wenn man regelmäßig trainiert. Seine Ernährung sollte man dauerhaft umstellen, um den Yoyo-Effekt zu vermeiden. Um durchzuhalten finde ich neben der Motivation aus tiefstem Herzen heraus auch Hilfe bei der Umsetzung wichtig. So werde ich mir mit dem Abnehmen schwer tun, wenn meine Familie weiter kalorienreich isst und ich die einzige bin, die eine Diät macht.

Hilfe holen

Meditation ist nun eher eine einsame Sache. Für meine Meditationen half mir neben dem Kurs und den Coachings gerade in der Anfangsphase die „Insight-Timer“ App. Man kann dort eine Uhr einstellen mit der gewünschten Gesamtlänge der Meditation. Am Ende erklingt ein Gong. Man kann auch Zwischen-Gongs einstellen, was auch gerade am Anfang hilfreich ist, damit man sich nicht verliert. Wer nicht ganz in der Stille meditieren will, kann sich verschiedene Klänge aussuchen. Insight Timer bietet auch Tausende geführte Meditationen an. Was auch gerade am Anfang motivierend ist, sind die Meilensteine. Diese erhält man etwa, wenn man 1o Tage lang täglich meditiert hat oder nach 100 Meditationen. Die App ist übrigens kostenlos.

Meditation ist gesund

Weil ich in den Sommerferien keine Zeit hatte für Coachings, habe ich online ein MBSR-Programm (Mindfulness Based Stress Reduction) absolviert: Palousemindfulness.com. Ich kann es wärmstens empfehlen, ist aber auf Englisch. Eigentlich habe ich erst durch dieses Programm systematisch meditieren gelernt. Mir war am Anfang nämlich nicht klar, dass der Mittelpunkt jeder Meditation die Beobachtung des eigenen Atems und Körpers ist. Empfehlen kann ich auch das Buch „Gesund durch Meditation: das große Buch der Selbstheilung mit MBSR“ von Jon Kabat-Zinn, der schon in den 70er Jahren sein MBSR-Programm zur Stressreduktion entwickelt hat. Inzwischen wurde in zahlreichen Studien die positiven Auswirkungen von Meditation auf die Gesundheit nachgewiesen. Allein durchs Bücherlesen wird man meiner Meinung nach Meditation nicht lernen.

Du selber sein

Kabat-Zinn schreibt: „Meditation unterscheidet sich von jeder anderen menschlichen Aktivität, und obwohl auch sie auf ihre Weise viel Anstrengung und Arbeit verlangt, ist sie keine Aktivität im alltäglichen Sinn, sondern aktives Nicht-Tun. Das einzige „Ziel“ des Meditierenden ist, er selbst zu sein.“ (Kapitl 2). Das ist die Haltung, die man auch in der Gewaltfreien Kommunikation braucht. Um empathisch sein zu können, musst du du selber sein. Daher passen Gewaltfreie Kommunikation und Meditation  sehr gut zusammen. Für mich ist es die ideale Ergänzung. Ich versuche, die vier Schritte im Alltag so viel wie möglich anzuwenden und mir über meine Gefühle und Bedürfnisse in bestimmten Situationen klar zu werden. Meditation macht dafür den Geist frei. Insbesondere gehe ich weniger urteilend mit mir um.

Gehe liebevoll mit dir um

Wenn man sich ernsthaft vornimmt eine neue Gewohnheit aufzunehmen, dann ist es wichtig, dass man bei Rückfällen liebevoll mit sich umgeht. Wer sich dann von seinem inneren Kritiker beschimpfen lässt, wird sicherlich scheitern. Denn man geht mit sich selbst am härtesten ins Gericht. So wie mit dir selber wirst du mit niemandem sonst sprechen. Sonst hättest du bald keine Freunde mehr. Das war für mich übrigens eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Achtsamkeitskurs.

Selbstliebe entwickeln

Wie man Selbstliebe entwickelt, beschreibt Christine Brähler in dem Buch „Selbstmitgefühl entwickeln – liebevoller werden mit sich selbst“. Sie beschreibt die Achtsamkeitsmethode Mindfulness based Selfcompassion (MSC). Immer wieder hilfreich ist ihre Meditation „weicher werden, umsorgen, zulassen“. Dabei erspürt man belastende Gefühle im Körper. So ist mir nun klar, dass mir kalte Schauer über den Rücken laufen, wenn ich Angst habe oder dass ich dumpfe Schmerzen im Hinterkopf bekomme, wenn ich mich belastet fühle. Hört sich das unspektakulär an? Für mich sind es wichtige Erkenntnisse, die mir helfen liebevoller mit mir selbst umzugehen. Körper und Geist gehören eben zusammen.

Bedürfnisse erfüllen

Mein Beispiel mag un typisch sein, weil ich da irgendwie reingeschlittert bin. Ich habe mir – zumindest im ersten Schritt – nicht vorgenommen zu meditieren, um etwas für meine Gesundheit zu tun. Dass ich mir durch meine neuen Gewohnheit wichtige Bedürfnisse erfülle, erscheint mir als langfristige Motivation sehr hilfreich. Die Motivation muss aus meinem Inneren kommen, nicht aus dem Außen. Viele Diäten und Anmeldungen im Sportstudio scheitern ja gerade deswegen, weil man zwar weiß, dass das gut für einen wäre, aber das Herz nicht dabei ist. Man verharrt lieber in alten Gewohnheiten. Das ist leichter. Das wurde auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Immer weiter machen

Trotz aller Maßnahmen und Selbsterkenntnisse fühle ich, dass ich immer noch ganz am Anfang des Weges zu mehr Klarheit und Selbstbewusstsein bin – insbesondere im Außen. Der Mut, mich zu zeigen, fehlt mir immer wieder. Aber die Meditationspraxis lehrt, dass man immer weiter macht – auch wenn es doof wird und man keinen „Erfolg“ sieht.

Übrigens habe auch ich eine Liste mit schlechten Gewohnheiten, also gute Vorsätze. Wenn ich meinen inneren Schweinehund überwinden würde, könnte mein Leben an der einen oder anderen Stelle leichter werden, glaube ich. Warum ändere ich nichts? Offenbar ist der Leidensdruck nicht groß genug oder ich sehe die Bedürfnisse dahinter nicht klar genug. Manchmal fehlt auch die richtige Bitte, um mir Hilfe zu holen. Beides sind Gründe, die die Motivation bremsen.

Hast du gute Vorsätze für 2019? Möchtest du etwas in deinem Leben ändern? Wenn du Fragen hast oder Feedback geben willst, dann nutze die Kommentarfunktion oder schreibe  über „Kontakt“.

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