Das Beste an Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern für Eltern

Experten für Gewaltfreie Kommunikation

Was ist das Beste an Gewaltfreier Kommunikation? Warum können besonders Mütter und Eltern von der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) profitieren? Diese Frage habe ich acht von mir geschätzten Experten für Gewaltfreie Kommunikation gestellt. Sieben  von ihnen sind selbst Mütter, Väter oder sogar schon Großvater. Die meisten haben die GFK für sich entdeckt als ihre Kinder schon auf der Welt waren. Einige haben sogar konkret nach einem Mittel gesucht, um eine bessere Verbinung zu ihren Kindern herzustellen und Machtkämpfe zu stoppen. Damit hatten sie die Gelegenheit, ihre Kinder mit einer liebevollen und interessierten Haltung zu begleiten und können so als Vorbilder für ihre Kinder dienen. Sehr wertvoll finde ich, dass einige Experten konkrete Beispiele gegeben haben, wo GFK für sie funktioniert hat.

​Gerade (hochsensible) Mütter haben einen hohen Anspruch an sich selbst. Mit der GFK erhältst du einen Notfallkoffer, um deine Bedürfnisse zu erspüren und dir zu erfüllen. Aus der Energie der Selbstfürsorge heraus, kannst du dein Familienleben viel gelassener gestalten. ​Denn, wenn du Stress hast - ob der Stress aus dem Inneren oder Äußeren kommt - wirst du deinen Kindern nicht die Aufmerksamkeit und Liebe geben können, die du dir selber für deine Familie wünschst. Mit Gewaltfreie Kommunikation kannst du sowohl innere als auch äußere Konflikte liebevoll lösen. Wenn du dich jetzt fragst: ​Was ist Gewaltfreie Kommunikation? Dann findest du hier Antworten.

​Hier sind die Antworten der Experten auf meine Fragen.


Heinz Lovetinsky Gewaltfreie Kommunikation

Heinz Lovetinsky

Wer bist du? Wie hast du zur Gewaltfreien Kommunikation gefunden? Was war für dich persönlich der Grund Gewaltfreie Kommunikation zu lernen?

Mein Name ist Heinz Lovetinsky, 67 Jahre alt, geboren in München und dort lange gelebt; zwei Kinder (38 & 30 Jahre) und drei Enkel (12, 7 & 3 Jahre), die in München und Umgebung leben. Seit 5 Jahren bin ich mit Herzblut als Trainer für Gewaltfreie Kommunikation tätig, seit 4 Jahren in eigenen Räumen am Eschenheimer Tor. Davor war ich 25 Jahre als freiberuflicher Softwareentwickler z.T. bundesweit tätig.

Seit 7 Jahren lebe ich in Frankfurt, zusammen mit Erika, die Gymnasiallehrerin, Mutter zweier erwachsener Kinder (33 & 25 Jahre) und zweier Enkel (4 ½ Jahre & 2 Monate) und auch Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation ist.

Zur Gewaltfreien Kommunikation habe ich über eine Kollegin gefunden, die diese Form der Kommunikation in ihren Beziehungskonflikten als sehr hilfreich erlebt hatte. Die Fähigkeit, Beziehungskonflikte friedlich zu bewältigen und gemeinsam mit den anderen zu lösen war auch für mich persönlich der Hauptgrund, um die GFK zu lernen.

Was ist für dich persönlich das Beste an der GFK?

Ich fand jedoch bald heraus, dass die GFK noch viel wirksamer und hilfreicher bei der Bewältigung der eigenen inneren Konflikte ist. Nach und nach konnte ich immer großzügiger und gelassener mit mir selbst umgehen, meine eigenen Bedürfnisse als berechtigt und meine Gefühle, auch die starken, als hilfreich anerkennen und erleben. Heute mache ich mir nur noch sehr selten Selbstvorwürfe, betrachte wohlwollend meine ungünstig verlaufenen Versuche, meine akuten/lauten Bedürfnisse im Einklang mit meinen weniger lauten Bedürfnissen und den Bedürfnissen anderer, mir nahestehender Personen zu erfüllen und suche selbstfreundlich & entspannt, ggf. auch mit (den) anderen nach Wegen, die meine/unsere Bedürfnisse umfangreicher erfüllen (Ziel: Win-Win-Lösungen).

Ich lasse immer mehr die Erwartung los, dass andere erkennen, was ich brauche, sondern versuche, es selbst zu erkennen und teile es dann bei Bedarf auch mit. Mit dieser Selbstfürsorge komme bzw. bleibe ich in meiner Kraft und damit in der Lage, auch gut für andere und deren Bedürfnisse sorgen zu können, insbesondere der (abhängigen) Kinder. Gleichzeitig verabschiede ich mich immer von der Idee, es gäbe nur (m)einen Weg, um mein Bedürfnis zu erfüllen, lade vielmehr die anderen (Beteiligten) zur gemeinsamen Suche nach passenden Lösungen ein.

Warum können besonders Mütter von d​​​​​er GFK profitieren?

Gerade Mütter stehen unter dem hohen (eigenen) Anspruch, gut für ihre Kinder zu sorgen und vernachlässigen dabei leicht ihre eigenen Bedürfnisse mit der Folge, dass sie dabei ihre eigene Kraft und Gelassenheit verlieren. Daher können besonders Mütter von der GFK profitieren, weil sie mit der GFK lernen, gut für sich selbst zu sorgen und dann aus dieser Kraft und Fülle heraus auch gut für die anderen sorgen und dabei die Balance zwischen beidem halten können.

mehr über Heinz Lovetinsky

http://selbst-bewusste-kommunikation.de/



Amy El Ramly Gewaltfreie Kommunikation

​Amy El Ramly

Wer bist du?

Am schwierigsten fällt es mir zu sagen wer ich bin. Ich bin Mutter, Tochter, Frau, Freundin, Schwiegertochter, Pädagogin, Psychologin, Coach, Trainerin für GFK. Vor allem bin ich ein neugieriger, nach Sinn suchender Mensch.

Wie hast du zur Gewaltfreien Kommunikation gefunden?

Die ersten echten Herausforderungen mit der Kommunikation erlebte ich mit meiner Tochter. Trotz meines Psychologiestudiums und der Lektüre etlicher Elternratgeber war unsere Beziehung ein ewiger Machtkampf. Als ich mein erstes Buch von Marshall Rosenberg über Erziehung gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich die „Gebrauchsanleitungen“ für diese mir so wichtige Beziehung gefunden habe. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich erst durch die GFK angefangen, nicht nur meine Tochter, sondern auch mich wirklich zu verstehen UND uns beide zu lieben so wie wir sind. Und genau das ist das Beste, was die GFK mir geschenkt hat: einen Weg um ein echtes Verständnis für mich und mein Gegenüber zu finden und einen ehrlichen wohlwollenden Austausch auf Herzensebene zu führen. Der Weg ist lang und die alten Muster zeigen sich immer wieder. Und gleichzeitig ist der GFK-Weg für mich heilsam.

Warum können besonders Mütter von d​​​​​er GFK profitieren?

​Ganz besonders für Mütter kann die GFK eine große Erleichterung bringen von dem innerlichen Druck alles „richtig“ machen zu wollen. Mit der GFK habe ich gelernt, das mir Gelungene bewusst zu feiern und mir zu erlauben zu trauern und zu bedauern, wenn es anders läuft als ich erwarte. Dank der GFK betrachte ich Fehler mittlerweile als wunderbare Chancen. Was für eine Erleichterung!

mehr über Amy El Ramly

https://www.amy-elramly.de/


Gefühle erspüren

Britta Hahn

​Wer bist du? Wie hast du zur Gewaltfreien Kommunikation gefunden? Was war für dich persönlich der Grund Gewaltfreie Kommunikation zu lernen?

Mein Name ist Britta Hahn. Ich lernte die GFK 2000 kennen. Was heißt anfangs kennen? Beate Ronnefeld zeigte einer Gruppe von Menschen die 4 Schritte der GFK. Zu Hause angekommen bekam ich die erste Herausforderung mit meinen 13jährigen Sohn. Früher sagte ich: Das Radio ist zu laut, kannst du es bitte leiser stellen, ich kann mich nicht konzentrieren! Das war die Sprache, die ich in einem Kurs "Familienkonferenz"von Thomas Gordon gelernt hatte. Mein Sohn stellte das Radio lauter und sagte zu mir: Mama, ich will dir nur kurz zeigen was wirklich laut ist und außerdem kann ich mich da auch noch gut konzentrieren, vielleicht könntest du das auch? Solche intelligenten Antworten brachten mich an meine emotionalen Grenzen.

Jetzt sagte ich: "Das Radio ist angeschalten, für mich ist es zu laut. Ich bin genervt, weil ich gern etwas Ruhe hätte. Bist du jetzt bereit das Radio leiser zu stellen?" Mein Sohn schaute mich an, dachte nach und antwortete: "Wenn es für dich zu laut ist und du Ruhe brauchst, könntest du dann in den 1. Stock gehen?" Sein Vorschlag war nicht was ich mir wünschte, doch das war der Punkt, an dem wir anfingen uns besser mit den Augen des anderen zu sehen und uns für dessen Sicht zu interessieren und uns zuzuhören.

Was ist für dich persönlich das Beste an der GFK?

Das Beste an der GFK ist die Art der Aufmerksamkeit, die ich mir selber schenke, um herauszufinden, was ich persönlich will. Ich habe mich dadurch besser kennengelernt.

Warum können besonders Mütter von der GFK profitieren?

Können es besonders Mütter? Väter können es auch, also beide Eltern. Sie schaffen es mit der GFK leichter aus der Kultur auszusteigen, die das Leben als eine Straße sieht, wo alle etwas erreichen müssen und deshalb mit den Kindern weiter eilen, um anzukommen. Mit der GFK sind Eltern mit ihren Kindern häufig schon angekommen und genießen den Augenblick des Seins. Nicht die Quantität aber die Qualität der Begegnungen zwischen Kindern und Eltern wird größer. Als ich wütend war, weil meine Tochter meine Bettdecke in den Garten auf dem Trampolin nutzte, konnte sie mir Einfühlung geben und half mir, mich so weit zu beruhigen, dass ich mein Anliegen über meine Bettdecke ihr respektvoll vortragen konnte. Auch konnte sie mir spiegeln was mir wichtig ist. Unsere gemeinsame Sprache in handfesten Konflikten war geprägt von Respekt vor der anderen Person und sie war ehrlich. Noch eine Beobachtung: wenn es mal nicht so klappte mit dem Respekt, waren wir schnell wieder bereit, einen neuen Anfang zu starten, weil wir die Verbindung zum anderen wieder aufnehmen wollten. Mit der GFK konnten wir zum Glück verzichten auf Schmollen und Rache üben und Gedanken über Strafen existierten nicht mehr, wir erlebten diese als unnötige Zeitverschwendung in einer poitiven Beziehungsgestaltung.


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https://brittahahn.com/

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Al Wecker Gewaltfreie Kommunikation

Al Weckert

​Wer bist du? Wie hast du zur Gewaltfreien Kommunikation gefunden? Was war für dich persönlich der Grund Gewaltfreie Kommunikation zu lernen?

Al Weckert, Diplom-Volkswirt, Trainer für Gewaltfreie Kommunikation, Mediator und Mediationsausbilder, Organisationsentwickler und Buchautor.

Was ist für dich persönlich das Beste an der GFK?

Durch die Gewaltfreie Kommunikation habe ich gelernt die eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen. Seitdem kann ich besser für mich sorgen, was zu mehr innerer Zufriedenheit und dadurch auch zu einer friedfertigeren Ausstrahlung führt.

Die Gewaltfreie Kommunikation unterstellt, dass hinter jeder Handlung eine positive Absicht steht. Manche Handlungen erscheinen jedoch so destruktiv, dass wir uns nur abwenden oder schützen wollen. Am meisten schätze ich an der GFK, dass sie für solche Situationen eine Haltung des vorurteilsfreien Hinschauens lehrt.

Warum können besonders Mütter von der GFK profitieren?

Wie in einem Flugzeug, wo die Erwachsenen in einer Notsituation als erste nach einer Sauerstoffmaske greifen sollen, um andere versorgen zu können, sollten Mütter (und Väter) frühzeitig lernen, gut auf sich und ihr Wohlbefinden zu achten. Stress ist eine Hauptursache für Erziehungsfehler, denn Stress mindert die Einfühlungsfähigkeit. Außerdem agieren achtsame Eltern von Anfang an als Vorbild für ihre Kinder.

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https://www.empathie.com/

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Mareike Lange Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern

Mareike Lange

Wer bist du? Wie hast du zur Gewaltfreien Kommunikation gefunden? Was war für dich persönlich der Grund Gewaltfreie Kommunikation zu lernen?

Mein Name ist Mareike, ich bin 36 Jahre alt und Mutter eines fast 5-jährigen Kindes. Ich arbeite seit 2013 als Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation. Seit 2016 liegt mein Schwerpunkt auf der Eltern-Kind-Beziehung. Mit meinen Klienten arbeite ich daran, wie der Leitsatz „Beziehung statt Erziehung“ gelingen kann. Langfristig möchte ich ein Zentrum für Eltern-Kind-Beziehung schaffen, einen Ort, an dem Familien ganz im Sinne der GFK zusammenkommen und Energie für ihre Beziehungen tanken können.

Zur GFK kam ich 2012 nach einer Phase des Burnouts und der Depression. Ich suchte damals nach einem Ansatz, meine persönlichen Konflikte sinnvoll und nachhaltig zu bearbeiten.

Was ist für dich persönlich das Beste an der GFK?

Die GFK ist für mich die stimmigste Methode und Haltung, um mit mir selbst und anderen liebevoll und wertschätzend umzugehen und daraus tiefe Verbindungen entstehen zu lassen. Im GFK-Prozess komme ich in einen tieferen Kontakt mit mir und meinen Mitmenschen, fühle mich lebendiger und kann wirklich mitfühlend agieren.


Warum können besonders Mütter von der GFK profitieren?

Im stressigen Familienalltag neigen Mütter dazu, sich selbst hintenanzustellen und glauben meist wirklich, dass für Selbstfürsorgen und Selbstmitgefühl weder Zeit noch Raum ist. Dabei ist eine gesunde Selbstfürsorge die beste Prävention gegen die eigenen Wutausbrüche und Konflikte im Umgang mit unseren Lieben. Ich habe bereits in vielen Fällen miterlebt, wie der gelebte Grundsatz der GFK, dass ALLE Bedürfnisse gleich wichtig sind, die Zufriedenheit und das Wohlbefinden aller Familienmitglieder steigert. Der gesamte GFK Prozess mit seinen 4 Schritten (Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten) trägt enorm zum Frieden in uns und dadurch auch im Außen bei.

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​http://www.liebevollefamilie.de/


Gabriele Vana Gewaltfreie Kommunikation

Gabriele Vana

Wer bist du? Wie hast du zur Gewaltfreien Kommunikation gefunden? Was war für dich persönlich der Grund Gewaltfreie Kommunikation zu lernen?

Mein Name ist Gabriele Vana, ich lebe in Österreich und bin zertifizierte Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg.
Ich bin eine von denen, die das Standardwerk von Marshall beim ersten Mal Lesen aus den Socken gehauen hat! Ich spürte sofort und auf einer tiefen Ebene, dass sich mir da etwas eröffnete, wonach ich mich mein ganzes Leben lang gesehnt hatte. Gefühle bekamen plötzlich eine neue Bedeutung und die Klarheit über „Bedürfnisse“ (so nennen wir in der GFK unser aller ureigensten Herzenswünsche und Werte), haben seitdem mein Leben ungemein bereichert.  Ich glaube, den Ball ins Rollen gebracht hat meine damalige berufliche Situation – ich war direkt, und auch indirekt als Zeugin, in einem Mobbingthema verwickelt. Das erweckte mein Interesse am Begriff „Gewaltfreie Kommunikation“ und an Marshalls Buch. Kurze Zeit darauf wechselte ich den Job.

Was ist für dich persönlich das Beste an der GFK?

​Es ist gar nicht so einfach für mich in einem Satz auszudrücken, was ich am meisten an der GFK liebe. Ich kann ein paar Dinge aufzählen, die aufzeigen, was GFK für mich ist: etwas, das mein Leben verändert hat, ein roter Faden, den ich als Hilfsmittel immer bei mir trage, ein Angebot, Beziehungen reicher und erfüllender zu gestalten (dabei beginne ich mit der Beziehung zu mir selbst), das Kultivieren einer Haltung, die von Mitgefühl geprägt ist, nach Schätzen graben (= Bedürfnisse entdecken), das Wunder von Weihnachten das ganze Jahr über erleben, Menschen in einem anderen Licht sehen, die natürlichste Sprache der Welt (wieder er-)lernen, die von allen verstanden wird. Marshall verwendete als Symbol für diese „Sprache des Herzens“ eine Giraffe, da sie von allen Landtieren das größte Herz hat, aufgrund ihres langen Halses einen guten Überblick hat, keine anderen Tiere jagt, sich aber auch sehr wirkungsvoll verteidigen kann, wenn es notwendig ist!


Warum können besonders Mütter von der GFK profitieren?

​Da ich selbst keine Kinder habe, möchte ich dazu lieber Menschen zu Wort kommen lassen, die persönliche Erfahrungen als Eltern haben, weil sich das sicher authentischer anfühlt. Ich bin aber überzeugt davon, dass gerade hier die GFK ein überaus wertvolles Werkzeug darstellt, denn es geht bei der GFK immer darum, Vertrauen und eine liebevolle Verbindung in einer Beziehung aufzubauen und zu stärken. Und was kann man sich als Mutter wohl Besseres wünschen ….?!

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​http://www.mitgefuehl-als-weg.com

http://www.gabrielevana.at


Hanna Grubhofer Gewaltfreie Kommunikation für Eltern

Hanna Grubhofer

Wer bist du? Wie hast du zur Gewaltfreien Kommunikation gefunden? Was war für dich persönlich der Grund Gewaltfreie Kommunikation zu lernen?

Mein Name ist Hanna Grubhofer, ich bin Mutter von wundervollen 7 Kindern und lebe am Rande von Wien. Schon immer hat es mich interessiert und fasziniert, welche Motive und Beweggründe Menschen haben, weshalb sie so handeln wie sie handeln. Dies hat mich dazu gebracht, Psychologie mit Schwerpunkt Forensische Psychologie zu studieren und auch die Montessori-Pädagogik Ausbildung zu machen sowie eine Ausbildung im Systemischen Coaching – wie kann ich Menschen dabei begleiten, das zu tun, wofür sie gerade brennen und ihr Verhalten zu reflektieren und eine passenden Weg für sie zu finden.

Vor 14 Jahren entdeckte ich die Gewaltfreie Kommunikation, und war fasziniert von der Einfachheit der Methode und zugleich herausgefordert von der Schwierigkeit in der Anwendung, dem Umdenken und Neudenken in kritischen Situationen. Die GFK ist für mich zu meiner großen Stütze geworden, lässt mich meine Kinder begleiten ohne sie zu beurteilen und verurteilen und hilft mir und uns allen die Bedürfnisse und Gefühle hinter Handlungen zu erkennen.

Viele fragen mich, wie schaffst du einen Alltag mit 7 Kindern, und meine Antwort ist darauf, dass ich das ohne die GFK nicht schaffen könnte. Als ich die GFK kennenlernte hatte ich 3 Kinder zwischen 5 und 3 Monaten und es war beeindruckend, wie schnell sich Spannungen und Konflikte lösen, wenn ich Worte für das Gefühl und das Bedürfnis von mir oder einem meiner Kinder nennen konnte. Das war Zauberei, und es ist nach wie vor magisch: schon alleine die Beschreibung einer Situation ohne dabei ins verurteilen und interpretieren zu fallen, hilft, Kinder in Konfliktsituationen in ihrem Bedürfnis zu sehen und nicht als „schlimm“ abzustempeln. Zu erleben, wie eine Nähe und Verbindung entsteht, wenn man das Gefühl des anderen wiedergibt und wie gut es tut, wenn das Bedürfnis erkannt wird – das klingt gerade so simpel und ist dennoch in der Alltagswelt so selten.

Und somit vertiefte ich mich immer mehr, sah mir immer weitere Situationen an, vor allem gesellschaftspolitisch GFK-mäßig zu denken und zu handeln ist ein Lernfeld, „Feinde“ nicht verteufeln, sondern ihr Handeln als eine Strategie zu sehen, ein Bedürfnis zu erfüllen.

Was ist für dich persönlich das Beste an der GFK?

Das Beste ist für mich, mir selbst und anderen Empathie zu geben, die Gefühlen und Bedürfnissen zu sehen und wertzuschätzen und so sein zu lassen, wie es gerade ist.

Als ich erst 2 Jahre mit der GFK vertraut war, hatte ich mal einen anstrengenden Wintermorgen, an dem das Auto nicht anspringen wollte, es kalt war, ich einen Termin hatte und mit den Kindern dringend weg wollte. Ich war echt schlecht gelaunt und fluchte vor mich hin. Mein ältester Sohn, damals 6 Jahre sah mich an und meinte: „Das ist echt gerade blöd und du bist voll grantig, weil nichts gerade so funktioniert, wie du es willst.“ – Ich sah ihn an und sagte „Ja, genau so ist es.“ Das brachte mir so viel Ruhe und Freude, dass der Großteil des Stresses von mir abfiel und der weitere Morgen viel entspannter war.

Und so ist es bis heute geblieben – ein Sehen und Hören und ein Wahrgenommen werden, anzunehmen was und wie es ist.

Ein zweiter Aspekt ist mir noch ganz besonders wichtig: die freie Entscheidungsmöglichkeit, die ich immer habe, zu wissen ich kann immer „Nein“ sagen. Das gibt mir den Freiraum, mir nochmals klar darüber zu werden, weshalb ich etwas tun möchte (mit allen Konsequenzen) oder eben nicht. Wenn es manchmal anstrengend ist im Familienleben und ich mir denke, ich kann nicht mehr, dann setze ich mich hin und überlege mir das: Ich könnte jetzt meinen Koffer packen, meinen Pass nehmen und einfach gehen. Oder ich könnte da bleiben. Wenn ich mir dann ausmale, wie ein Leben ohne meine Kinder ist, dann weiß ich wieder, dass ich mich genau für dieses dichte, bunte und quirlige Leben entschieden habe. Und entscheide mich, da zu bleiben, aus tiefsten Herzen. Diese Freiheit bedeutet mir ganz viel und dafür bin ich der GFK sehr dankbar, dass sie mir diesen Raum geöffnet hat.


Warum können besonders Mütter von der GFK profitieren?

Da gibt es für mich 2 Aspekte: Zum einen, weil es unseren eigenen Alltag um so vieles schöner und lebenswerter macht mit der GFK zu leben.

Zum anderen: Wir Eltern sind mit unseren Kindern die Gestalter_innen der Zukunft, wenn wir uns wünschen, dass die nächste und übernächste Generation,… in Frieden lebt, dann gilt es, das jetzt bei uns und mit unseren Kindern zu initiieren.

Mehr zu Hanna Grubhofer

https://www.empathynow.at/


Birgit Schulze Gewaltfreie Kommunikation

Birgit Schulze

Wer bist du? Wie hast du zur Gewaltfreien Kommunikation gefunden? Was war für dich persönlich der Grund Gewaltfreie Kommunikation zu lernen?

Mein Name ist Birgit Schulze und ich begleite Menschen dabei zufrieden ins Büro zu gehen – auf Basis der Gewaltfreien Kommunikation. Außerdem bin ich Mutter von zwei wundervollen Söhnen 12/17 Jahre alt, Ehefrau, Tochter, Schwester und Angestellte im Bereich IT Kommunikation. Ich lebe in Darmstadt und arbeite bundesweit und online.

Meine damalige Heilpraktikerin bot einen Schnupper-GFK Abend an. Mein persönlicher Anlass waren ​meine Kinder. Als mein zweiter Sohn geboren wurde merkte ich, wie ich in vielen alltäglichen Situationen emotional an meine Grenzen kam und verbal darüber hinaus zuschlug. Mir war es damals schon wichtig, im guten Kontakt mit meinen Kindern zu sein oder immer wieder zu kommen. Gerade dann, wenn einer von uns ausflippte. Oder irgend etwas anders lief, als ich es erwartete.

Als ich die 4 Schritte der GFK kennen lernte wusste ich sofort: DAS WILLST DU auch beruflich machen. Das es im Privaten funktionieren würde, war mir sofort klar. Und dann wendete ich die 4 Schritte stur im Arbeitsalltag an. Damals war ich Reklamations- und Beschwerdemanagerin in einem Telekommunikations-Konzern.
Im privaten war es allerdings nicht immer so einfach für mich – ich blieb dennoch dran. Denn ich entdeckte, wie bereichernd und verbindend die Haltung der GFK ist.

Was ist für dich persönlich das Beste an der GFK?

  • … dass ich in der Absicht in Verbindung zu bleiben unterwegs bin. Nicht um Lösungen zu finden.
  • … dass es ausreicht, etwas zu verstehen ohne einverstanden zu sein. = Leichtigkeit
  • … dass ich sie immer parat habe. = Sicherheit für mich
  • … dass ich durch die Selbsteinfühlung sofort in den Kontakt mit mir komme. = Wirksamkeit
  • … dass es ausreicht, wenn ICH in den 4 Schritten kommuniziere. = Vertrauen
  • … dass ich nicht mehr in Lösungen zu denken brauche. = Vertrauen/Entlastung/Leichtigkeit
  • … dass ich sofort die Verbindung zu mir herstellen kann. = Verbindung/Gesehen werden
  • … dass erkannte Bedürfnisse der Weg in die Verbindung sind. = Klarheit
  • … dass ich über Jahre mich selbst besser kennen lernte. = Verbindung/Selbstliebe/Selbstakzeptanz
  • … dass ich nicht immer alles wissen muss. = Leichtigkeit
  • … dass ich für mich persönlich eine Vision gefunden habe, wie ich mir meine Welt kreieren kann. = Sinnhaftigkeit
  • … dass ich aufgrund meiner Begeisterung zwei Bücher dazu mit meiner geschätzten Trainer-Kollegin Irmtraud Kauschat geschrieben habe, die so viel positive Resonanz erzeugen. Das erfüllt mir Sinnhaftigkeit, Beitragen und ich bin voller Dankbarkeit. = Beitragen/Gesehen werden/Wertschätzung/Gemeinschaft

Warum können besonders Mütter von der GFK profitieren?

Als ich klein war und Sätze hörte wie z.B. „Ach stelle dich nicht so an, das wird schon wieder.“ oder „Indianer-Herz, kennt keinen Schmerz“ hat mich das oft sehr wütend gemacht. Denn ich wurde mit meinem Schmerz, meinem Ärger, meiner Angst oder Sorge über irgendwas überhaupt nicht gesehen. Und genau das, wollte ich bei meinen Kindern nicht wiederholen. Und dabei hilft mir die GFK bis heute.

Als Mutter von 2 Jungs hilft mir die GFK mit ihren 4 Schritten und drei Wegen in so gut wie jeder Situtation.

Selbsteinfühlung: Ich gebe mir bis heute immer wieder Selbsteinfühlung in Situationen, die ich nicht verstehe. Ich selbst komme aus einer sehr weiblich geprägten Familie. Mit viele Tanten, Cousinen, Schwester, viele viele Freundinnen und dann bekomme ich zwei Söhne. „Oha!“, denke ich bis heute immer wieder: Ich verstehe nix. Ich verstehe oftmals ihre Verhaltensweisen, Interessen, Reaktionen oder Witze einfach nicht. Das geht mir immer noch so und wird vermutlich auch so bleiben.

Durch Selbsteinfühlung bin ich irgendwann auf das Bedürfnis nach Klarheit/Verstehen gekommen. Das erfüllt sich zwar auch bis heute nicht in jeder Situation. Gleichzeitig gelingt es mit den 4 Schritten, die Verbindung zu mir wieder herzustellen, um dann möglicherweise Strategien zu entwickeln, um mit den beiden im Kontakt zu bleiben.

Selbstausdruck: Sei es das unaufgeräumte Zimmer, die viele Zeit, die beide am Handy verbringen, unterlassene Hilfeleistung im Haushalt…, der Selbstausdruck in den 4 Schritten verleiht meiner Ohnmacht und Ratlosigkeit eine Stimme.

Empathie-Modus: Als sie klein waren, konnte ich sie empathisch in den Arm nehmen, und habe mit ihnen den Schmerz geteilt. Ohne ihn wegzudrücken, klein zu reden oder zu banalisieren. Das habe ich mir selbst für mich gewünscht und selten erhalten. Meinen Kindern auf diese Weise zu begegnen, lässt in mir ganz viel Vertrauen wachsen. Vertrauen in meine Kinder. Und Vertrauen in die GFK.

Ich weiss auch, dass es nicht immer leicht ist und auch bei uns geht es oftmals sehr ungiraffisch zu. Doch, wenn mein Sohn mit seinen 17 Jahre mit für ihn sehr ernsten Themen zu mir kommt, dann bin ich sicher – ich habe da wohl was richtig gemacht. Wohlwissend, dass er mir nicht alles erzählt. Doch das ist ja auch nicht meine Absicht. Ich will nicht alles wissen. ABER ich will für meine Jungs sein, wenn sie Probleme haben, die sie nicht alleine lösen können. Wenigstens mit Giraffen-Ohren.

Mehr zu Birgit Schulze

https://www.birgitschulze.com/


Ich danke allen Beteiligten für die Zeit, die sie sich genommen haben, um meine Fragen zu beantworten. Ich hoffe, die Antworten sind bereichernd für dich und steigern dein Interesse, dich mit dem Mama-(und Papa)-Notfallkoffer Gewaltfreie Kommunikation auszurüsten.

Ich helfe dir sehr gerne dabei. Trage dich noch heute in meinen Newsletter ein und erhalte mein eBook "Gelassen in vier Schritten" als Dankeschön.

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